Abschied von der Unschuld

Eine wunderschöne und traurige wie tiefgründige Geschichte um den Abschied von der Unschuld und das Erlangen von Selbständigkeit.

1945: Der britische Teenager Felix Latimer, nach dem Tod seiner Mutter Vollwaise, findet Unterschlupf in der Pension einer entfernten Verwandten in Jerusalem. Miss Bohun, verschroben, geizig und bigott, ist weniger an Felix‘ Seelenheil als dem finanziellen Vorteil interessiert, der sein Aufenthalt ihr bringt. Inmitten der skurrilen Bewohner der Pension, Flüchtlinge allesamt, mit sich selbst und ihrem Schicksal zu sehr beschäftigt, um Felix Aufmerksamkeit zu schenken, ist die Siamkatze Faro zunächst seine einzige Vertraute ? bis Mrs. Ellis in die Pension zieht. Diese ist seit kurzem verwitwet, und allmählich sieht Felix nicht nur eine Ersatzmutter in ihr, sondern verliebt sich auch ein wenig in sie. Doch zu seiner Enttäuschung stellt er nach und nach fest, dass Mrs. Ellis nicht weise, sondern verbittert, hinterhältig und beinahe so unreif wie er selbst ist.

Die Kulisse von Felix’ Kampf um geistige Unabhängigkeit ist das Jerusalem kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs: bunt, quirlig, voller Flüchtlinge – ein Wartesaal der Gestrandeten, die wie Felix nirgendwo dazugehören und zugleich von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit geprägt sind.

Olivia Manning

Weltlese, Band 11
Aus dem Englischen
von Susann Urban
Gebunden mit Schutzumschlag

320 Seiten
€ 22,95

ISBN 978-3-86406-027-4