Der Zauberer. Nabokov und das Glück

„Der Zauberer“ erzählt vom Glück. Das Glück, das Lesen bedeutet, das Glück, die Worte wie Schmetterlinge einzufangen, das Glück, einen Autor fürs Leben zu entdecken.

Zugleich ist das Buch ein wahres Fest für alle Nabokov-Leser. Denn es erzählt die ungewöhnliche Erkundungsreise einer phantasievollen Leserin in das Werk, die Sprache, das Leben Nabokovs. Tief taucht die junge Autorin in die lichtdurchdrungenen Zauberuniversen von „Ada“, „Lolita“ und „Sprich, Erinnerung“ ein. Sie schweift durch die russische Kindheit Nabokovs, erkundet seine funkelnde Sprache, reist zu seinen Lebensstationen, unterhält sich mit dessen Sohn Dmitri und findet immer wieder dieses Glück, das die Lektüre von Nabokovs Werken bedeutet. Denn für Zanganeh ist er – der Schmetterlingsjäger unter den Autoren – jener, dem es am besten gelang, all diese ephemeren, so schwer fassbaren Momente und Emotionen einzufangen.

Aus all dem hat Lila Azam Zanganeh eine poetische Erfahrung aus literarischem Essay, Biografie, Phantasterei und Interpretation geschaffen. Ein Schatz für jeden Leser, der nur ein einziges Mal durch seine Lektüre in jenen rauschhaften Zustand versetzt wurde, den wir Glück nennen, und der für einen kurzen Moment Sein und Zeit aufhebt.

 

 

Lila Azam Zanganeh wurde in Paris als Kind iranischer Eltern geboren. Sie studierte Literatur und Philosophie an der École Normale Supérieure und unterrichtete Literatur, Film und Romanische Sprachen an der Harvard Universität. Seit 2002 veröffentlicht sie Artikel für das Feuilleton, Interviews und Essays in amerikanischen und europäischen Zeitschriften, darunter „The New York Times“, „The Paris Review“, „Le Monde“ und „La Repubblica“. Zanganeh spricht sieben Sprachen, ist Mitarbeiterin des International Rescue Committee und Mitglied des Vorstandes bei Words Without Borders. 2011 erhielt sie den Roger Shattuck Prize for Criticism. Sie schreibt und lebt in New York City. „Der Zauberer“ (Orig. „The Enchanter“) ist ihr erster Roman.

Ilija Tojanow, 1965 in Sofia geboren, wuchs nach der Flucht der Familie über Jugoslawien, Italien und Deutschland in Kenia auf. Er gründete den Marino Verlag, debütierte 1996 mit dem Roman „Die Welt ist groß und lauert überall“ und wurde 2006 für „Der Weltensammler“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2007 erhielt er den Berliner Literaturpreis, 2011 den Carl-Amery-Literaturpreis. 2009 veröffentlichte er mit Juli Zeh das Buch „Angriff auf die Freiheit“. Seit 2008 gibt Ilija Trojanow die Reihe „Weltlese – Lesereisen ins Unbekannte“ in der Büchergilde heraus.

Lila Azam Zanganeh

Weltlese, Band 15
Aus dem Englischen
von Susann Urban
Mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotos
Gebunden im Schutzumschlag

240 Seiten
€ 22,95

ISBN 978-3-86406-056-4