Tod im Paradies. Die Tragödie des Stefan Zweig

Stefan Zweig, Pazifist und international gefeierter Autor, verließ angesichts der drohenden Kriegsgefahr 1934 Österreich und emigrierte dann 1940 von England nach Brasilien. Dort glaubte er, das Paradies zu finden. Doch warum verkehrten sich seine Hoffnungen bald ins Gegenteil? Was geschah während jenes Karnevals, der seinem Selbstmord voraus ging? Was waren die Motive für Stefan Zweigs Freitod?
In Tod im Paradies übernimmt Alberto Dines die Rolle eines sorgfältigen Reporters, sensiblen Schriftstellers, erfahrenen Historikers und aufmerksamen Psychologen. Kritisch und mitfühlend zugleich zeichnet er das Porträt eines Humanisten, der sich den Anforderungen seiner Zeit nicht gewachsen sah. Er dokumentiert mit besonderer Ausführlichkeit die letzten Lebensjahre des Schriftstellers in Brasilien, beschreibt dessen Liebe zu diesem Land und die beiderseitigen Missverständnisse, die zu einem tragischen Ende führten.
Die Ursachen der Entwicklung von der zunächst überschwänglichen Verliebtheit in dieses Land nach Zweigs erster Brasilienreise bis zur allmählichen Enttäuschung und Vereinsamung sind vielschichtig. Dines´,  Einfühlungsvermögen lässt den Leser die Tragödie dieses Todes in ihrem ganzen Ausmaß erfahren. Der Entschluss zum Selbstmord des österreichischen Autors wird in seiner Tragweite vielleicht nie gänzlich zu verstehen sein, doch Dines trägt mit den neu recherchierten Erkenntnissen zu einem umfassenderen Gesamtbild bei.
Das Buch machte in Brasilien bei seinem Erscheinen 1981 nicht zuletzt deshalb Furore, weil Alberto Dines hierin als einer der ersten den Antisemitismus und die opportunistische Haltung des Vargas-Regimes anklagte. Die vorliegende Übersetzung ist eine Überarbeitung der bereits erweiterten 3. Auflage der brasilianischen Ausgabe und berücksichtigt neue Quellen und Zeitzeugenberichte.

 

Aus dem Portugiesischen von Marlen Eckl
Mit 60 Schwarzweiß – Fotos
704 Seiten.

€ 29,90

ISBN 978-3-936428-64-3

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